Marienhof – ein neues Wohnprojekt in Coronazeiten

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Eine schöne, kleine Geschichte des Wohnprojektes „Marienhof“ und deren Umgang mit und in Zeiten von Corona? Lest hier, was die liebe Susanne so zu erzählen hat:

Seit 1.1.2020 ist das WIN-Wohnprojekt in der Marienstraße 15 und Flaschenhofstr. 4 in Nürnberg bezogen. Voller Begeisterung und Elan wurden die 35 Wohnungen in zwei gegenüberliegenden Häusern belegt.

Es zogen 70 Menschen ein, davon 16 Kinder unter 5 Jahren; inzwischen sind noch zwei kleine Mädchen geboren worden. Das gemeinsame Miteinander nahm sofort Fahrt auf: Wer kennt sich mit den Dübeln für die Trockenbauwände aus? Wer kann kurz beim Möbelaufbau helfen? Kann jemand mein Paket annehmen? Ich habe einen Kopfsalat zu verschenken! Braucht jemand diese Druckerpatronen? Wie bedient man die Heizung und die Lüftungsanlage? … Über eine gemeinsame „Signal“-Gruppe können die Themen schnell gelöst werden.

Als das Einziehen dann in Wohnen überging und wir gemütlich miteinander unser Leben im „Marienhof“ organisieren wollten, kam Corona! Der Lockdown im März machte zufällige Begegnungen im Haus sehr wertvoll und die gegenseitigen Hilfen veränderten sich in einen Coronamodus, ließen aber nicht nach. Unsere Gebäude waren noch nicht ganz fertiggestellt beim Einzug: der Gruppenraum war erst im Herbst zur Benutzung freigegeben, der gemeinsame Innenhof nimmt seit Oktober sehr langsam Form an.

Also erkundeten die Eltern mit ihren Kindern die umliegenden Spielplätze, es gründeten sich die Marienhofer Wandersleut´ und es fanden Picknicks auf der Wöhrder Wiese statt. Unser gemeinsames Musizieren und Singen begann mit dem deutschlandweiten Aufruf zu „Freude schöner Götterfunken“. Im totalen Lockdown sangen wir täglich von Balkonen und Laubengängen: immer gleichviele Kinderlieder wie Anderes.

Bis heute singen wir einmal wöchentlich und haben immer instrumentale Unterstützung von etwa 4 Bewohnern.
Ein besonderes Highlight nachdem die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft wurden, war unser Martinsfest! Im (inzwischen begehbaren) Innenhof wurden überall Kerzen aufgestellt, die Kinder standen mit Laternen auf Balkonen und Laubengängen, auf den Balkonen gab es erste Lichterketten. Es wurden Laternenlieder, Herbstlieder und Martinslieder gesungen und von verschiedenen Balkonen wurde die Geschichte von St. Martin vorgelesen.

Natürlich fehlte uns das gemütliche Beisammenstehen hinterher bei Punsch und Plätzchen, aber es war ein wunderbares herzerwärmendes gemeinsames Erlebnis.

Für die Adventszeit haben wir einen „lebendigen Adventskalender“ geplant: für jeden Tag der Vorweihnachtszeit kann sich jemand in einen Kalender eintragen und für die Nachbarn eine Überraschung planen. Wir freuen uns auf Lieder, Gedichte, Dekorationen und einen großen gemeinsamen Adventskranz im Innenhof!

Wir sind unter denkbar ungünstigen Bedingungen in unseren Marienhof gestartet und würden so gerne viel mehr gemeinsam tun und erleben, aber unser Ziel und unser Motto bleiben:
Marienhof – Wohnen. Gemeinsam.