Generationen übergreifendes Wohnprojekt

Beschreibung des Projekts

In der Marthastr. 31 – 39, 90482 Nürnberg, hat die WIN GmbH, Nürnberg,  ein Wohnhaus mit 62 Mietwohnungen, Gemeinschaftsräumen, einer integrativen Kindertagesstätte, Gewerbeeinheiten, Tiefgarage und Außenstellplätzen errichtet. 17 der 62 Wohnungen sind sogenannte sozial geförderte Wohnungen (EOF).

Alle Wohnungen  - bis auf die Wohnungen im Südflügel - haben einen Balkon oder eine Terrasse. Die Wohnungen im Südflügel verfügen über einen geschlossenen Erker statt eines Balkons.

Das Gebäude und die Außenanlagen sind barrierefrei, so dass die Mieter auch bei zunehmend eingeschränkter Mobilität und Behinderung bis ins hohe Alter in ihrem vertrauten Umfeld wohnen bleiben können.  

Es wurde ein sehr hoher Energiestandard realisiert, nämlich KfW 55 mit Solarthermie. Die Nebenkosten für Warmwasser und Heizung werden im Vergleich zum herkömmlichen Wohnungsbau um 50 % niedriger sein.

Insgesamt wurden fast 5.000 m² Wohn-/Nutzfläche zuzüglich Keller und Tiefgarage realisiert.

Die 62 Wohneinheiten sind als Generationen übergreifendes Wohnprojekt organisiert. Die Mieterschaft des Wohnprojekts ist etwa gleichstark verteilt auf Jung und Alt, auf Familien, Paare, Frauen und Männer, mit und ohne Kinder, behindert und nicht behindert und auf unterschiedliche ethnische Herkunft. Beim gemeinsamen Wohnen stehen Solidarität und gegenseitige Unterstützung in alltäglichen Situationen, Mitbestimmung und Selbstverwaltung im Mittelpunkt.

Es gibt einen 84 m² großen Gemeinschaftsraum und Hobbyräume.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 13 Millionen Euro.

 

Hausgemeinschaft

Das Generationen übergreifende Wohnprojekt der WIN GmbH zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus:

1.      WIN GmbH pflegte über viele Jahre mit Mietinteressenten, die in einem Generationen  übergreifenden Wohnprojekt als Gruppe gemeinsam leben wollten, einen engen Kontakt. Ein großer Teil dieser Mietinteressenten wurden die ersten Mieter des Wohngebäudes.

2.       Die Mieter haben sich in 5 unterschiedlich große Hausgemeinschaften mit unterschiedlichen Interessen und Gemeinsamkeiten organisiert.

3.      Die Hausgemeinschaften sind autonom. Sie bestimmen unabhängig von der  WIN GmbH, wer in eine der bestehenden Hausgemeinschaften aufgenommen wird.

4.      Es gibt ein Plenum, Kerngruppe genannt, in dem sich die 5 Hausgemeinschaften bzw. deren Vertreter regelmäßig zusammenfinden, um gemeinsame Vorhaben zu besprechen. Abstimmungen erfolgen nach dem Konsensprinzip.

5.    Die Mieter haben einen gemeinnützigen Verein „Lebenswerkstatt Martha e.V.“ gegründet.

6.      Mieter in unserem Wohnprojekt kann nur werden, wer einer dieser Hausgemeinschaften angehört. Wer also interessiert ist, in unserem Wohngebäude zu leben, muss Kontakt mit einer Hausgemeinschaft aufnehmen. Ansprechpartner werden unter Hausgemeinschaften genannt.  Die Hausgemeinschaften entscheiden, wer Mieter in unserem Mehrgenerationenhaus wird. WIN GmbH behält sich lediglich ein Vetorecht vor.

7.      Die Mietinteressenten waren am Planungsprozess des Generationen übergreifenden Wohnprojekts von Anfang an beteiligt. Schon bei der Grundstückssuche und -auswahl waren sie einbezogen. Sie haben Einfluss auf die Gestaltung des Gebäudes und der Grundrisse nehmen können. Dass die Wohnungen über Laubengänge und nicht über Treppenhäuser erschlossen werden, ist z.B. eine Entscheidung gewesen, die in Abstimmung mit den Hausgemeinschaften getroffen wurde. Bodenbeläge, Balkonverkleidung, Türgriffe, Fliesen und Kacheln, Farbkonzept, Gartengestaltung, Antennenanlage und viele weitere Details wurden und werden mit den Hausgemeinschaften abgestimmt.

8.      WIN GmbH hat dem Plenum der Hausgemeinschaften vorgeschlagen, einen Teil der Verwaltung des Wohngebäudes zu übernehmen. So wird die Durchführung der Hausordnung von einem Arbeitskreis der Mieter organisiert. Die Gartenpflege wurde vollständig von einer Arbeitsgruppe der Mieter übernommen. Der Winterdienst auf den Laubengängen und Gartenzuwegungen wurde einigen Mietern anvertraut.