Der Verein und seine Geschichte, eine kurze Übersicht

Der Verein „Wohnen und Integration im Quartier e.V., WIN e.V.“ wurde im Jahr 1924 als Nürnberger Nothilfe e.V. mit dem Ziel gegründet, an Bedürftige kostenlos warme Mahlzeiten auszugeben. Im Jahr 1949 übernahm der Nürnberger Nothilfe e.V. das Nürnberger Leihhaus von der Stadt Nürnberg und hat dies seitdem erfolgreich weiter entwickelt.

Die Mitgliederversammlung des Vereins beauftragte den Vorstand im Jahre 2006, eine Neuausrichtung mit dem Schwerpunkt „Neue Wohnformen“ vorzunehmen. In der damit verbundenen Umstrukturierungsphase wurde der Verein Nürnberger Nothilfe e.V. in „Wohnen und INtegration im Quartier e.V., WIN e.V.“ umbenannt, die Satzung überarbeitet und das Leihhaus als eigenständige GmbH aus dem Verein ausgegliedert. Im
Jahr 2010 errichtete der Verein die WIN Holding GmbH mit Sitz in Nürnberg und brachte sämtliche Anteile der Leihhaus Nürnberg GmbH in die neugegründete Holding ein.

Die Holding errichtete im gleichen Jahr die WIN GmbH mit Sitz in Nürnberg, deren Aufgabe die Realisierung eines Generationen übergreifenden Wohnprojekts war.

Die WIN GmbH erwarb zu diesem Zweck im Dezember 2010 das  Grundstück Marthastr. 31 - 55 in 90482 Nürnberg und errichtete darauf ein Generationen übergreifendes Wohnprojekt mit 62 Mietwohnungen, Kindertagesstätte, Gewerberäumen und einer Tiefgarage mit einem Investitionsvolumen von 13,5 Millionen Euro.

Der Erfolg unseres Wohnprojektes in der Marthastraße ermutigte den WIN e.V.,  ein weiteres Generationen übergreifendes Wohnprojekt in Angriff zu nehmen, und zwar auf dem Grundstück Marienstr. 15/Flaschenhofstr. 2, 90402 Nürnberg. Dieses Grundstück hatte der Verein bereits  im Jahr 1928 erworben. Auf dem 1.296 m² großen Grundstück in sehr guter Innenstadtlage wird ein Wohnhaus mit 35 Mietwohneinheiten, 3 Gewerbeeinheiten und Tiefgarage errichtet werden.

Angelehnt an das in der Marthastraße realisierte Wohnprojekt wird auch in dem neuen Generationen übergreifenden Wohnprojekt eine etwa gleich stark verteilte Belegung auf Jung und Alt angestrebt, mit Familien, Paaren, mit und ohne Kinder, behindert und nicht behindert und mit unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Beim gemeinsamen Wohnen stehen das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung in alltäglichen Situationen mit viel Raum für Eigeninitiative und Mitbestimmung im Mittelpunkt.

Die Architektur und die städtebauliche Einordnung der Gebäude sollen zur Umsetzung des Konzeptes „Gemeinsam wohnen, eigenständig leben“ und zur Erweiterung der sozialen Infrastruktur im Quartier beitragen. Der Gesamtkomplex  muss familien-  kinder-und altenfreundlich sowie behindertengerecht sein und den zukünftigen Mietern das Leben in der eigenen Wohnung bis ins hohe Alter  ermöglichen.

Gleichzeitig muss die grundlegende demographische Entwicklung berücksichtigt werden, indem die Wohnungsangebote den unterschiedlichen Bedürfnissen einzelner Bewohnergruppen Rechnung tragen. Dabei spielt beispielsweise die Schaffung von altengerechten Wohnungen eine wichtige wohnungspolitische Herausforderung. Der Wunsch nach einem aktiven, selbst bestimmten und in eine Gemeinschaft eingebundenen Leben ist bei älteren Menschen in den Vordergrund gerückt. Das Wohnungsangebot muss den Verbleib im vertrauten Wohnumfeld auch bei Pflegebedürftigkeit, körperlicher Beeinträchtigung oder eingeschränkter Alltagskompetenz ermöglichen. Genauso wichtig ist uns aber ein ausgewogenes Verhältnis von jungen und älteren Mitbewohnern zu erreichen. Deshalb bieten wir Wohnraum und ein Wohnumfeld an, die auch für junge Familien attraktiv sind.

Im Zentrum unseres Konzepts steht die soziale Teilhabe von Menschen und deren Eingliederung in eine Gemeinschaft durch nachbarschaftliche Kontakte und möglichst durch Nachbarschaftshilfe. Dies erreichen wir, indem wir bereits zwei Jahre vor dem Fertigstellungsterm mit den ersten Interessenten, die später in unserem Wohngebäude eine Wohnung beziehen wollen und gemeinschaftliches, solidarisches  Zusammenleben anstreben, Kontakt aufgenommen haben und in regelmäßigen Besprechungen und gemeinschaftlichen Unternehmungen einen Gruppenbildungsprozess in Gang gesetzt haben. Dieser Prozess wird durch eine Mediatorin professionell begleitet und gefördert.